In der Welt zu Hause: Deutsche Küche auf neuen Wegen

    Am anderen Ende der Welt deutsch essen gehen? Heute kein Problem mehr. Deutsche Küche hat im Ausland inzwischen viele Facetten. Einige gehobene Gastronomen setzen in Abgrenzung von Hausmannskost nach bayerischem Vorbild auf ungewöhnliche, moderne Küchenkreationen. Andere leben vom guten Ruf des deutschen Brotes oder dem Kult um heimische Wurstwaren und beweisen fern der Heimat ein Gespür für traditionelles Küchenhandwerk und internationalen Zeitgeist.

    Deutsch essen abseits von kulinarische Klischees kann man inzwischen auch Tausende Kilometer weit weg. Was beim Oktoberfest auf den Teller kommt, gilt im Ausland zwar häufig als typisch deutsche Spezialität. Doch nicht nur Sauerkraut, Schnitzel und Bratkartoffeln haben Fans auf der ganzen Welt. Deutsche Köche beweisen auch im Ausland, wie gut und unterschiedlich die moderne, international beeinflusste deutsche Küche ist.

    Brotzeit mit Aal in Bangkok

    Deutsches Fine Dining inmitten eines tropischen Gartens in Thailand, das machen Mathias und Thomas Sühring möglich: in einem der offiziell besten 50 Restaurants Asiens, dem „Sühring“. Mit modern verfeinerten deutschen Klassikern, samt ungewöhnlicher Brotzeit mit Aal, haben sie sich bereits ein Jahr nach der Eröffnung einen Namen gemacht. Was nicht in Thailand wächst, lassen sie importieren, so zum Beispiel weißen Spargel, Quitten, Kerbel und Estragon. Und auch Fleisch wird aus Qualitätsgründen meist aus Deutschland oder Holland eingeflogen.

    Europa-Menü in Vancouver

    Eine fein zubereitete, durch frische Aromen ergänzte moderne Interpretation der deutschen Küche bietet das Restaurant „Bauhaus“ im angesagten Gastown-Viertel von Vancouver. Neben zeitgemäß abgewandelten deutschen Klassikern, wie Wiener Schnitzel oder geräucherter Makrele mit Apfelsoße und Meerrettichschaum, wird in den minimalistisch eingerichteten Räumlichkeiten auch ein 6-Gänge-Menü mit europäischem Einschlag serviert. Dabei kommen zum Beispiel auch Entenconfit und Risotto, Spezialitäten unserer Nachbarländer, auf den Teller. Hinter dem Konzept steckt der deutsche Regisseur Uwe Boll und am Herd steht Tim Schulte aus Hamburg, der im Jahr 2013 zum „Best Chef of the Year“
    gekürt wurde.

    Low-Carb-Würstchen in London

    Der Siegeszug deutschen Fast Foods setzt sich seit einigen Jahren im „Herman ze German“ in London fort – allerdings modern abgewandelt. In mittlerweile drei Bezirken der britischen Hauptstadt verkaufen Florian Frey und Azadeh Falakshahi ihre deutsche Brat-, Bock- und Currywurst. Das Fleisch stammt aus der Schwarzwald-Region. Eine Tonne wird wöchentlich aus der Heimat geliefert. Statt sie in Öl zu braten, garen die Würstchen fettarm in einem Ofen mit starker Oberhitze. Mit „No Carbs, Fräulein“ gehen die Gründer zudem auf den aktuellen Low-Carb-Trend ein und bieten eine moderne Wurst-Mahlzeit ohne Kohlenhydrate: Statt des typischen Brötchens wird zur Wurst hausgemachter Salat gereicht.

    Bild: ©Suhring