Marmelade einfach selbst machen

    Kein Frühstück ohne Marmelade, denn der geliebte Fruchtaufstrich versüßt die wichtigste Mahlzeit des Tages – besonders lecker wird es, wenn er selbst gemacht ist. Doch Marmelade kochen – ist das nicht ziemlich aufwendig? Überhaupt nicht! Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ganz leicht eigene Kreationen zaubern und geben Ihnen nützliches Wissen rund um den Frühstücks-Favoriten mit an die Hand.

    Marmelade, Konfitüre oder Gelee

    Die Welt der Fruchtaufstriche besteht nicht allein aus Marmelade. Offiziell darf ein Fruchtaufstrich sich nur „Marmelade“ nennen, wenn Zitrusfrüchte wie Orangen, Zitronen oder Mandarinen drinstecken. Bei allen anderen Früchten – beispielsweise Erdbeeren, Himbeeren oder Pflaumen – lautet die korrekte Bezeichnung „Konfitüre“. Wird ausschließlich Fruchtsaft verwendet, dann spricht man von „Gelee“. Das enthält dann auch keine Fruchtstücke. Lecker sind sie alle drei!

    Welche Früchte eignen sich?

    Bevor es an die praktischen Tipps zum Einkochen geht, hier noch zwei Hinweise: Egal welches Obst Sie wählen – es muss auf jeden Fall reif sein. Achten Sie außerdem auf den Pektingehalt der Früchte. Pektin ist ein Ballaststoff, der in Obst vorkommt. Als natürliches Geliermittel hat er Einfluss darauf, wie fest die Marmelade wird. Bei Obstsorten mit geringem Pektingehalt wie Erdbeeren, Kirschen oder Rhabarber sollten Sie zusätzlich Gelierzucker verwenden. Kochen Sie Marmelade aus Äpfeln, Johannisbeeren, Quitten oder Zitrusfrüchten, die hohe Mengen an Pektin enthalten, bindet die Marmelade beim Kochen von selbst.

    Jetzt wird eingekocht – Schritt für Schritt

    Wir erklären Ihnen die Schritte bis zum selbstgemachten Marmeladentraum anhand eines Klassikers: der Kirschmarmelade.


    1. Als Erstes die Einmachgläser und Deckel auskochen, um sie zu sterilisieren. Auf einem sauberen Geschirrtuch trocknen.
    2. Ein Kilo Kirschen waschen, entsteinen und halbieren.
    3. Mit 500 Gramm Gelierzucker (2:1) sowie 5 Esslöffeln Zitronensaft vermengen. Statt Gelierzucker können Sie auch Zucker in Kombination mit Agar-Agar oder Pektin zum Binden verwendet.
    4. Das Ganze zwei Stunden durchziehen lassen.
    5. Wer seine Marmelade lieber ohne Stückchen genießt, kann die Masse mit einem Pürierstab glätten.
    6. Nun die Kirschen aufkochen bis sie zu sprudeln beginnen. Jetzt startet die Kochzeit von 4 Minuten. Während des Kochens stetig Rühren. Entsteht beim Kochen Schaum, schöpfen Sie diesen ab.
    7. Kurz vor Ablauf der Kochzeit von 4 Minuten ist es Zeit für eine Gelierprobe, um zu prüfen, ob die Marmelade die richtige Konsistenz hat. Dazu ein wenig heiße Marmelade auf einen Teller geben. Wird der Klecks fest und läuft nur langsam herunter, ist die Marmelade fertig.
    8. Den Topf vom Herd nehmen und weiter rühren.
    9. Die heiße Marmelade sofort in die sterilisierten Gläser füllen, diese verschließen und für einige Minuten auf den Kopf stellen.

    Die Mischung macht’s

    Bei Früchten mit hohem Pektingehalt können Sie weißen Zucker verwenden. Dann wird einfach mit etwas Zitronensaft so lange eingekocht, bis die Marmelade von selbst geliert. Statt weißem Zucker können Sie natürlich auch alternative Süßungsmittel wie Agavendicksaft oder geriebenen Apfel verwenden.
    Verwenden Sie jedoch Früchte, die eine Zugabe von Geliermittel erfordern, sind bei Gelierzucker die Angaben zum Verhältnis von Frucht und Zucker zu beachten.
    - Verhältnis 1:1: Gelierzucker und Obst kommen zu gleichen Teilen in die Marmelade.
    - Verhältnis 2:1 oder 3:1: Sie können entweder zwei oder drei Teile Obst mit einem Teil Zucker eingekochen, weil der Gelierzucker einen höheren Anteil an Pektin aufweist. So bleibt besonders viel Fruchtgeschmack enthalten.

    Alternative Süßungsmittel

    Statt weißem Zucker können ebenfalls alternative Süßungsmittel verwendet werden. Varianten mit Agavendicksaft oder geriebenem Apfel sind möglich. 

    Und wenn es mal schief geht?

    Selbst dem Einkoch-Profi kann es mal passieren, dass die Marmelade am Ende nicht die richtige Konsistenz hat. Aber keine Panik! Mit diesen Tricks lässt sich das Ergebnis retten:

    1. Ist die abgekühlte Marmelade zu flüssig, hilft die Zugabe von geriebenem Apfel, einem Teelöffel Agar-Agar oder etwas Zitronensaft als natürliches Verdickungsmittel.

    2. Gerät die Marmelade zu fest, einfach etwas Wasser hinzugeben und nochmals aufkochen.   

    Den Marmeladen-Vorrat richtig lagern

    Wenn Sie Sommerfrüchte einkochen, möchten Sie natürlich möglichst lange etwas davon haben. Daher empfiehlt es sich, die gefüllten Gläser kühl, trocken und dunkel zu lagern. Angebrochene Marmeladen-Gläser gehören in den Kühlschrank und sollten bald aufbraucht werden. Generell gilt: Je mehr Zucker Sie Ihrer Kreation beigemischt haben, desto länger hält sich der Fruchtaufstrich. Übrigens können Sie Marmelade auch portionsweise einfrieren. Allerdings sollten Sie den Vorrat dann innerhalb eines Jahres aufbrauchen.



    Bildrechte: ©porosolka/istock