Mediterrane Küche: Mittelmeer-Feeling auf dem Tisch

    Laue Sommerluft, eine leichte Salzbrise auf der Haut und der Duft von Pinien – das Leben am Mittelmeer verbinden wir mit Urlaub, Sonne und vor allem: gutem Essen. Die Küche aus der Mittelmeerregion von Spanien im Westen bis Griechenland im Osten besitzt feine Aromen und typische Zutaten. Wir erklären, was das mediterrane Essen auszeichnet, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede es in den verschiedenen Regionen gibt und warum die köstlichen Gerichte zugleich auch so gesund sind.

    Grundlagen der mediterranen Küche

    Aufgrund des warmen Klimas, fruchtbarer Böden und der Nähe zum Meer kann die mediterrane Küche auf ein reichhaltiges Angebot an Zutaten zurückgreifen. Die Mittelmeerküche ist bekannt für eine vielseitige Kost aus Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten, aber auch aus Obst, Gemüse und vor allem Kräutern. Zu den Grundzutaten gehören:

    - Oliven und Olivenöl
    - frisches Gemüse wie Tomaten, Auberginen, Paprika und Zucchini
    - Knoblauch, Lauch und Zwiebeln
    - Fisch und Meeresfrüchte
    - Kräuter und Gewürze wie Thymian, Rosmarin, Koriander, Salbei, Fenchel, Kümmel, Anis,      Oregano und Basilikum
    - helles Brot, Nudeln und Reis

    Mediterrane Küche – gesunder Genuss

    Zahlreiche frische Zutaten, viel Gemüse und Obst, reichlich Fisch und aromatisches Olivenöl. Die mediterrane Küche schmeckt nicht nur gut, sie ist zugleich auch gesund. Denn sie berücksichtigt in vielen Punkten, was einer sogenannten „gesunden“ und ausgewogenen Ernährung entspricht: 

    - Olivenöl enthält 73 Prozent ungesättigte Fettsäuren, vor allem aber eine große Anzahl    Antioxidantien, wie die Oleinsäure, die das Cholesterin senkt und so eine        Arterienverkalkung verhindert.

    - Omega-3-Fettsäuren, wie sie reichlich in Salzwasserfischen vorkommen, senken den Blutdruck und schützen die Wände der Blutgefäße.

    - Gemüse und Obst haben neben den lebensnotwenigen Vitamin- und Nährstoffen auch viele sekundäre Pflanzenstoffe, die Einfluss auf eine Vielzahl von Stoffwechselprozessen haben sowie entzündungshemmend wirken können.

    Wie gesund die mediterrane Ernährung ist, unterstreichen auch diverse medizinische Studien, die bei Bewohnern der Mittelmeerländer eine geringere Zahl an Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Übergewicht sowie eine tendenziell höhere Lebenserwartung als in Nordeuropa und den Vereinigten Staaten festgestellt haben.

    Gemeinsame Basis – regionale Unterschiede

    Auch wenn den Länderküchen im Mittelmeerraum ähnliche Zutaten zugrunde liegen, so gibt es doch regionale Unterschiede und Ausprägungen in der Zusammensetzung und Zubereitung. 

    La Dolce Vita in Italien

    Italien ist vor allem bekannt für seine Antipasti, Pizza, Pasta und Risotto. In den Küstenregionen spielen Fisch und Meeresfrüchte dabei eine große Rolle, wohingegen der Norden einen Vielzahl an Wurst- und Fleischspezialitäten bereit hält. 

    Typisch für die italienische Küche ist die Menüfolge von vier Gängen: Die Antipasti als Vorspeise, zwei Hauptgerichte und ein Dessert. Bei den Hauptgerichten ist der erste Gang traditionell eher kohlenhydrat-betont und bietet Pasta- und Gnocchi-Gerichte, aber auch Risotto. Im zweiten, proteinreichen Gang gibt es dann Fleisch, Fisch oder auch Gebratenes wie Steinpilze oder Eierspeisen.     

    Kräutervielfalt in Frankreich

    Im südlichen Teil Frankreichs, der ans Mittelmeer grenzt, gehören Bouillabaisse oder Ratatouille zu den Klassikern. Beide Gerichte entstammen der provenzalischen Küche, die sich durch den Einsatz vieler aromatischer Kräuter auszeichnet. 

    Die berühmte Bouillabaisse wird je nach Zubereitung als zweigängiges Gericht aus Fischsuppe und gegartem Fisch mit Meeresfrüchten oder als reichhaltiger Eintopf serviert. Wichtig für den Geschmack ist die Verwendung verschiedener im Mittelmeer heimischer Fischsorten.

    Kulinarischer Melting Pot Spanien

    Auch die spanische Küche umfasst eine große Bandbreite an unterschiedlichen Gerichten: Von deftigen Fleischgerichten und Eintöpfen bis hin zu sommerlichen Suppen wie Gazpacho, Paella – oder natürlich auch Tapas. Der Name der kleinen Appetithäppchen leitet sich von “La Tapa” ab, was soviel bedeutet wie Deckel oder Abdeckung. Tapas sind kleine deftige Gerichte, die in den Bars als Snack zu Bier und Wein gereicht werden.

    Durch die wechselvolle Geschichte Spaniens wurde die Küche von verschiedenen Kulturen, insbesondere den Mauren und Sephardim, beeinflusst und zeichnet sich durch eine sparsame Verwendung von Gewürzen und Kräutern aus – mit Ausnahme des in vielen Gerichten reichlich verwendeten Knoblauchs. 

    Reiche Tradition in Griechenland

    Als insel- und damit auch küstenreiches Land spielen Fisch und Meeresfrüchte eine wichtige Rolle in der griechischen Küche. Gleichzeitig hat aber auch Schaf- und Ziegenfleisch eine große Bedeutung. Die bergige Landschaft bietet einen Reichtum, den die Griechen schon früh zu nutzen wussten: Dort wachsen zahlreiche Wildkräuter und Wildgemüse, die seit jeher die griechische Küche prägten. 

    Zu den Spezialitäten der griechischen Küche zählen gefüllte Weinblätter, Moussaka – ein Auflauf aus Auberginen und Hackfleisch, Gyros, gegrillter Fisch und Bauernsalat mit Feta, die unsere Erinnerung an sonnige Stunden auf einer griechischen Insel nicht nur kulinarisch lebendig halten.