Die Revolution des Druckdampfgarens

    Der Schnellkochtopf schreibt Geschichte..

    Die Erfindung des „Dampfkochtopfs“, wie er damals genannt wurde, war bahnbrechend: Im späten 17. Jahrhundert erfand Denis Papin das Druckdampfgaren – eine ganz neue Form des Kochens. Ein dicht schließender Deckel, der fest mit dem Topf verschraubt werden konnte, ließ erstmals den entstehenden Wasserdampf nicht mehr entweichen, sodass ein Überdruck im Topf entstand. Papin ging davon aus, dass das Wasser in diesem Topf bei Temperaturen von über 100°C siedet und Speisen dadurch schneller garen. Er stellte „eine ungeahnte Verfeinerung der Kochkunst“ in Aussicht. Damit begann die Erfolgsgeschichte des Schnellkochtopfs, die ihn von England in die ganze Welt führte. 

    Der Papin'sche Topf aus dem Jahr 1679 (s. Abbildung unten) hat optisch wenig mit den form- schönen Schnellkochtöpfen der heutigen Zeit gemeinsam. Alte Modellzeichnungen zeigen einen klobigen aber zweckmäßigen gusseisernen Kessel: Über ein Gewicht an einer Stange konnte der Druck im Innenraum des Topfes reguliert werden.
    Das Druckdampfgaren am heimischen Herd wurde erst später populär. Die Erfindung des patentierten mehrstufigen Kochventils von Fissler war einer der Gründe dafür: Das Schnellkochen wurde komfortabler und vor allem sicherer. Damit machte das von Carl Philipp Fissler (s. unten rechts) ursprünglich als Klempner- und Installationsgeschäft gegründete Unternehmen seinen Gründungsort von 1845, das rheinland-pfälzische Städtchen Idar-Oberstein, im Jahr 1953 zur Geburtsstätte des ersten modernen Schnellkochtopfs.

    1. Papin'scher Topf 2. Carl Philipp Fissler

    Seit dem ersten Modell mit dem klangvollen Namen „Comet“ (s. unten links), das bereits durch Kunststoffgriffe überzeugte, entwickelte Fissler den Schnellkochtopf kontinuierlich weiter. Das Sicherheitsventil aus dem Jahr 1960, das vom Verbraucher selbst zurückgestellt werden konnte und den Schnellkochtopf sofort wieder einsatzbereit machte, war eine Weltneuheit. 1976 sorgte das erstmals unter dem Deckelgriff platzierte Ventil „Unimatik“ mit einer Restdrucksperre dafür, dass der Topf nur geöffnet werden konnte, wenn er drucklos war – und damit für noch mehr Sicherheit.
    Hoppstädten-Weiersbach – rund 25 Kilometer vom Hauptsitz entfernt – wurde 1973 zum zweiten Fissler Produktionsstandort. Während in Idar-Oberstein die Deckel für die Schnellkochtöpfe gefertigt werden, entstehen hier seither die Topfkörper verschiedenster Modelle, darunter die 1989 mehrfach mit internationalen Design-Preisen ausgezeichnete Serie magic line®. Durch immer moderner werdende Fertigungstechniken konnten bei Fissler erstmals dekorierte Edelstahlgeräte her- gestellt werden – bis heute ein Alleinstellungsmerkmal der Marke.
    Ein ganz neues Zeitalter der Schnellkochtöpfe läutete Fissler 2009 ein: Durch die Kochkrone mit Ampelfunktion, eine Aufsetzhilfe, eine Verriegelungsanzeige und weitere praktische Funktionen wurde das Schnellkochen mit der aktuellen, mehrfach preisgekrönten vita®-Serie kinderleicht. Längst ist der Schnellkochtopf über die Landesgrenze hinweg in Europa, Asien oder den USA im Einsatz. Fissler hat heute sechs Tochtergesellschaften und ist mit seinen Produkten in über 80 Ländern weltweit vertreten.

    1. "Comet" aus dem Jahr 1953.