Endlich wieder Erdbeersaison: Wissenswertes rund um Anbau, Ernte, Sorten und Vitamine

    Sie sind klein, leuchtend rot und schmecken nach Sommer – Erdbeeren versüßen uns als saisonales und regionales Obst die warme Jahreszeit. Passend zum Saisonstart geben wir interessante Hintergrundinformationen rund um die sommerliche Frucht: Wie lange geht die Erdbeersaison in Deutschland? Ist die Erdbeere tatsächlich eine Beere und wie gesund ist sie? Welche Sorten gibt es hier bei uns und was ist beim Anbau im eigenen Garten zu beachten?

    Erdbeersaison in Deutschland

    Die Erntezeit für heimische Erdbeeren beginnt im Mai und erstreckt sich bis Ende Juli. Die genauen Daten der Erdbeerernte können sich jedoch von Jahr zu Jahr unterscheiden, denn der Start und die Dauer der Saison hängen stark von den Wetterverhältnissen ab.

    Die kurze Zeitspanne, in der deutsche Freiland-Erdbeeren verfügbar sind, gilt es daher voll auszuschöpfen – mit vielseitigen Kombinationen von süß bis herzhaft.

    Warum die Erdbeere eine Nuss ist

    Obwohl ihr Name anderes vermuten lässt, ist die Erdbeere keine Beere, sondern eine Nuss – genauer gesagt gehört sie zu den Sammelnussfrüchten. Ihr Fruchtfleisch ist als Scheinfrucht Träger der eigentlichen Samen bzw. Nüsse. Diese sind die kleinen gelben Körner auf der Oberfläche. Erdbeeren sind botanisch als Rosengewächs einzuordnen und so mit Äpfeln und Pflaumen verwandt.

    Die Herkunft der Erdbeere

    Die Erdbeere ist nicht nur heutzutage Liebling von Groß und Klein, schon in der Steinzeit wurde die Walderdbeere verspeist. In der Antike galt die Erdbeere als Heilmittel und im Mittelalter begann schließlich der bewusste Anbau.

    Auf Grundlage von Kreuzungen mit Arten aus Übersee entwickelte sich im 18. Jahrhundert die Ananas-Erdbeere, der Vorfahre unserer heute bekannten Gartenerdbeere. Aus den heimischen Walderdbeeren sind die Monats-Erdbeeren hervorgegangen, die in der Zeit von Mai bis Oktober mehrmals Früchte tragen.

    Zu kaufen gibt es deutsche Erdbeeren entweder im Supermarkt, auf dem Wochenmarkt, an Verkaufshäuschen lokaler Erzeuger am Straßenrand oder es wird eigenständig auf dem Erdbeerfeld gepflückt. 

    Zahlreiche Erdbeersorten

    Insgesamt gibt es weltweit mittlerweile etwa 1.000 verschiedene Erdbeersorten, die sich in Geschmack, Größe, Form und Farbe unterscheiden. Zudem wird im Hinblick auf den Blütebeginn bzw. die Fruchtreife differenziert: Es gibt Erdbeerpflanzen, die einmalig im Frühjahr blühen oder mehrmalig im Jahr Blüten ansetzen bzw. Früchte tragen.

    In Deutschland sind etwa 100 Sorten gängig. Beliebt und häufig angepflanzt sind Gartenerdbeeren, die einmal im Jahr tragen. 

    So gesund sind Erdbeeren: Vitamine, Kalorien und Inhaltsstoffe

    Erdbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch richtig gesund.

    Vitamine: Die kleinen roten Früchte punkten mit vielen guten Inhaltsstoffen wie Folsäure und Vitamin B, K und C. Gerade letzteres macht die Erdbeere zu einer echten Vitaminbombe: Auf 100 Gramm besitzen Erdbeeren einen höheren Vitamin-C-Gehalt als Orangen oder Zitronen.

    Mineralstoffe: Erdbeeren enthalten wertvolle Mineralstoffe wie Kalzium, Zink, Phosphor und Eisen – und stärken so das Immunsystem sowie den Aufbau und die Funktion von Knochen, Muskeln und Zähnen.

    Sekundäre Pflanzenstoffe: Die sekundären Pflanzenstoffe haben eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und können entzündungshemmend wirken.

    Ballaststoffe: Ihr hoher Gehalt an Ballaststoffen fördert die Verdauung.

    Kalorien: Weil die Früchte zu 90 Prozent aus Wasser bestehen, sind sie zudem sehr energiearm. Erdbeeren haben gerade einmal 32 Kalorien auf 100 Gramm.

    Tipp: Regionale Freiland-Erdbeeren werden reif geerntet und haben kurze Transportwege. Aus diesem Grund weisen sie einen höheren Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen auf als importierte Früchte. 

    Erdbeeren pflanzen: Tipps und Tricks

    Regionaler und saisonaler als aus dem eigenen Beet geht es kaum. Deshalb lohnt es sich, Erdbeeren im eigenen Garten oder auf dem Balkon anzupflanzen. Mit diesen Tipps und Tricks steht dem Erdbeergenuss aus eigenem Anbau nichts mehr im Wege:

    Standort: Erdbeerpflanzen mögen Sonne. Je mehr Sonneneinstrahlung, desto süßer der Geschmack. Ein geschützter Platz, der jedoch nicht ganz windstill ist, hilft ebenso. Ein wenig Wind sorgt dafür, dass das Regenwasser schnell trocknet und die Pflanzen nicht in der Nässe stehen.

    Boden: Ein humusreicher und durchlässiger Boden ist von Vorteil. Etwa einen Monat vor dem Einpflanzen sollte er tiefgründig aufgelockert werden. Wenn es ans Pflanzen geht, muss er feucht sein.

    Pflanzzeit: Die perfekte Zeit, um Gartenerdbeeren anzupflanzen, ist Mitte Juli bis Anfang August, damit die Pflanzen noch genügend Zeit haben Wurzeln auszubilden, bis im September schließlich die Blütenanlage für das nächste Jahr beginnt.

    Abstand: Zwischen den einzelnen Pflanzen in einer Reihe empfiehlt sich ein Abstand von je 20 bis 30 cm.

    Pflege: Erdbeeren benötigen reichlich Wasser. Beim Gießen des Bodens sollte darauf geachtet werden, dass die Früchte und Blätter nicht nass werden. Zudem freuen sich die Pflanzen über einen Boden, der von Unkraut befreit ist. Gedüngt wird erst nach der Ernte. 

    Ertrag: Nicht wundern, die größte Ernte ist erst im zweiten oder dritten Jahr zu erwarten. 

    Balkon: Auch auf dem Balkon können Erdbeeren angepflanzt werden. Vor allem robuste, immertragende Monatserdbeeren eignen sich gut für Kübel oder Blumenampeln.

    Bild: ©Sanny11/istock