Superfood Kohl – der heimliche Star

    Kohl wird zwar nicht so gefeiert wie Spargel, aber ein Schattendasein hat dieses Gemüse wahrlich nicht verdient. Allein schon deshalb: Kohl macht satt, aber nicht dick. Er ist sehr gesund und zeigt sich in der Küche vielfältiger als viele andere Gemüsesorten. Das heimische Gemüse mausert sich darum langsam zum heimlichen Superfood. Und es gibt noch viele unbekannte Seiten am Kohl zu entdecken!

    • Europas größtes geschlossenes Anbaugebiet für Kohl liegt im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein und umfasst rund 2.500 Hektar. Mehr als 80 Millionen Kohlköpfe werden hier jährlich geerntet.

    • Alle heutigen Kohlsorten sind wahrscheinlich Nachfahren vom Wildkohl. Dieser stammt ursprünglich aus der Mittelmeerregion – im alten Rom nutzte man ihn sogar als Heilmittel. In Deutschland ist er z. B. auf Helgoland zu finden. Passend zur Insel wird er dort „Klippenkohl“ genannt.

    • Rotkohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Chinakohl – diese Sorten findet man in vielen Gerichten. Weniger bekannte Sorten sind dagegen Palmkohl, der Schwarze Senf bzw. Senfkohl und der Stängelkohl.

    • Kohl ist ein echtes Superfood weil er reichlich Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe, Ballast- und Mineralstoffe wie Calcium, dafür aber kaum Kalorien enthält. Wenn in der kalten Jahreszeit nur wenig anderes saisonales Gemüse zur Verfügung steht, hat der Kohl Hauptsaison und trägt gerade dann wesentlich zur Nährstoffversorgung bei.

    • Besonders Grünkohl ist gesund und steckt voller Vitamine. Er liefert reichlich Provitamin A, das die Abwehrkräfte stärkt, weist einen hohen Anteil an B-Vitaminen auf, die wichtig für die Nerven sind und enthält eine Menge Vitamin C. Auf 100 g doppelt so viel wie eine Orange. Wie auch Rosenkohl schmeckt Grünkohl – auch Braunkohl genannt – am besten, wenn er vor der Ernte dem ersten Frost ausgesetzt war.

    • Typisch für Kohl ist der intensive Geruch bei der Zubereitung. Ursache dafür sind Senföle, die beim Schneiden aus den im Kohl enthaltenen Glucosinolaten entstehen. Ein Trick hilft: Mit etwas Essig im Kochwasser lässt sich der Duft deutlich abschwächen.

    • Grünkohl ist unter seinem englischen Begriff „Kale“ weltweit als Superfood verbreitet und beliebt. Nicht nur in Smoothies, Salat oder als Pesto zeigt er, was er kann, auch in Form von lecker-knusprigen Chips.

    • Je nach Kohlsorte essen wir unterschiedliche Teile der Pflanze. So werden bei Wirsing, Rot-, Grün- und Chinakohl vor allem die Blätter verarbeitet. Während bei Sorten wie Brokkoli und Blumenkohl die Blüten verwendet werden. Bei Stängelkohl werden die Blütenknospen favorisiert. Egal welchen Teil wir essen – gesund sind sie auf jeden Fall!

    Bild: ©DNY59/istock