Von süß bis herzhaft: So vielseitig ist Rhabarber

    Endlich wieder Rhabarberzeit! Die leuchtend roten Stangen werden zwischen April und Juni geerntet und sind aus der Frühlings- und Sommerküche nicht wegzudenken. Wecken sie doch Erinnerungen an früher: Omas Rhabarberkuchen, erfrischende Schorle oder als Kompott zu Eis. Was Sie mit Rhabarber in der süßen und herzhaften Küche zaubern können und welche gesunden Stoffe drinstecken, erfahren Sie hier.

    Ohne Süßes nur Saures

    Zugegeben, im Rohzustand ist Rhabarber alles andere als köstlich: seine Stängel sind ungenießbar sauer und zudem ganz und gar nicht bekömmlich. Erst mit der richtigen Zubereitung entlockt man dem Rhabarber sein feines, leicht blumiges Eigenaroma und die samtige Konsistenz, die ihn so beliebt macht. Übrigens: obwohl er sich meist in der Obstabteilung tummelt, zählt Rhabarber botanisch zu den Knöterichgewächsen und ist damit ein Gemüse. In ein feuchtes Küchentuch gewickelt hält er sich im Kühlschrank gelagert bis zu einer Woche.

    Um frischen Rhabarber zu verarbeiten, benötigt es etwas Vorbereitung. Zunächst werden die Stangen von Blättern und dem weißen unteren Ende befreit. Danach ziehen Sie mit einem kleinen Messer die dünne Schale ab, die ähnlich wie bei Spargel holzig bis faserig ist. Den geschälten Rhabarber in Stücke schneiden und in Wasser einige Minuten blanchieren, das entzieht die Bitterstoffe. Das verwendete Wasser wegschütten und den Rhabarber wie im Rezept angegeben weiterverarbeiten oder abgekühlt einfrieren.

    Gesund und aromatisch: Das alles steckt in Rhabarber

    Neben viel Vitamin C steckt in ihm Kalium, Eisen und Phosphor und er hilft, eine träge Verdauung in Schwung zu bringen. Achten Sie schon beim Einkauf auf die Farbe: grüne Standen enthalten weniger Nährstoffe als leuchtend rote, zum Ende der Saison sogar noch mehr als zu Beginn. Sollten Sie nach dem Verzehr ein pelziges Gefühl auf den Zähnen verspüren, warten Sie mit dem Putzen mindestens 30 Minuten, um den Zahnschmelz zu schützen. Ausgelöst wird es von der im Rhabarber enthaltenen Oxalsäure, die in größeren Mengen bei Menschen mit Vorbelastung zu Nierenbeschwerden führen kann. Um die Säure zu reduzieren, nur die Stängel verwenden und das Kochwasser weggießen. Dann steht dem gelegentlichen Rhabarber-Genuss nichts im Wege.

    Rhabarber kann auch herzhaft

    Links und rechts im Obstregal hat Rhabarber viele Freunde: hervorragend passt er zu Erdbeeren, Himbeeren, Äpfeln und entfaltet mit etwas Vanille seinen ganzen Geschmack. Aber nicht nur im Kuchen macht Rhabarber eine gute Figur. In unserem Rezept verraten wir, wie Rhabarber zur idealen Begleitung für saftiges Hähnchen, helles Grillfleisch oder einfach pur als süß-scharfer Brotaufstrich wird. Im hübschen Einmachglas auch toll als Mitbringsel zur ersten Gartenparty des Jahres!

    Rezept: Rhabarber-Chutney

    Zutaten: 

    500 Gramm Rhabarber

    2 rote Zwiebeln

    125 Gramm Sultaninen (alternativ: gehackte Dörrpflaumen)

    1 cm frischer Ingwer, gerieben

    200 ml Apfelessig

    350 Gramm Rohrohrzucker

    1 Prise Cayennepfeffer

    1 TL ganze Senfkörner

    1/2 TL Zimt

    Zubereitung: 

    1. Rhabarberschale abziehen und in Stücke schneiden. Zwiebeln in Ringe schneiden und zusammen mit den Sultaninen, dem Ingwer, Essig und den Gewürzen in einem Topf zum Kochen bringen.

    2. Den Zucker hinzugeben und etwa 20 Minuten einkochen, bis die Konsistenz von Marmelade erreicht ist.

    3. Abschmecken und entweder sofort servieren oder in ausgekochte Einmachgläser füllen, sofort auf den Deckel stellen und auskühlen lassen. So hält sich das Chutney mehrere Monate – bis zu nächsten Rhabarbersaison.